Der erste nennenswert populäre Anbieter für verschlüsselte Telefonie war zweifellos Skype. Die Installation und das Anlegen eines Account war einfach. Man benötigt lediglich eine E-Mail Adresse. Skype-Verbindungen sind schwer zu blockieren. Die Client-Software findet fast immer eine Verbindung zum Netz, auch hinter restriktiven Firewalls. Skype bot eine gute Verschlüsselung und kann Verbindungen ins Festnetz und in Handynetze herstellen.

Nach der Übernahme von Skype durch Microsoft wurde die zensur-robuste Infrastruktur von Skype umgebaut und die Ende-zu-Ende Verschlüsselung von Skype kompromittiert. Statt einer Peer-to-Peer Infrastruktur nutzt Skype jetzt sogenannte Super-Nodes, die alle in Microsoft Rechenzentren stehen. Die Keys für die Verschlüsselung werden in der Microsoft Cloud hinterlegt und Microsoft nutzt die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zum Mitlesen (juristisch korrekt wird in den Datenschutzbestimmungen darauf hingewiesen).

Abhörschnittstellen

Anfang der 90er Jehre des letzten Jahrhunderts wurde das Festnetz in den westlichen Industrie­staaten digitalisiert und die GSM-Verschlüsselung für Handytelefonate wurde ein­geführt. Klassische Abhö­rmaßnahmen für einen Telefon­anschluss waren ohne Kooperation der Tele­kommuniations­anbieter und ohne vorbereitete Schnitt­stellen nicht mehr möglich.

Als Antwort auf diese Entwicklung wurden in allen westlichen Staaten Gesetze beschlossen, die die Telekommunikations­anbieter zur Kooperation mit den Strafverfolgungs­behörden und Geheim­diensten verpflichten und für alle Endgeräte Abhör­schnittstellen zwingend vor­schreiben. In den USA war es der CALEA Act von 1994. In Deutschland wurde 1995 auf Initiative des Bundesamtes für Verfassungs­schutz die Fernmeldeverkehr-Überwachungs­verordnung (FÜV) beschlossen, die 2002 durch die Telekommunikations-Überwachungs­verordnung ersetzt wurde.

2005 wurde der CALEA Act durch das höchste US-Gericht so interpretiert, dass er auch für alle VoIP-Anbieter gilt, die Verbindungen in Telefonnetze weiter­leiten können. Skype zierte sich anfangs, die geforderten Abhörschnitt­stellen zu implementieren. Mit der Übernahme von Skype durch Ebay im Nov. 2005 wurde die Diskussion beendet. Heute bietet Skype Abhör­gschnittstellen in allen west­europäischen Ländern und in anderen Ländern wie Indien. In Deutschland sind Abhör­protokolle aus Skype Gesprächen alltägliches Beweismaterial.

Skype ist seit 2011 PRISM Partner der NSA und damit direkt an das Spionage­system der USA angeschlossen. Mit der Übenahme durch Microsoft 2012 und dem technischen Umbau konnte die von der NSA analysierte Datenmenge aus der Skype verdreifacht werden.